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Wonder Boys (Curtis Hanson) ****

"Cool" happens! Aber wer ist der coolste Typ am überfüllten Schauspielerfirmament? Bill Murray war obercool im untergegangenen Highlight RUSHMORE. Unbestrittene Kult-Coolness versprühte Jeff Bridges in THE BIG LEBOWSKI. (Und, und, und ...) Jetzt ist Michael Douglas an der Reihe, und wenn ich mich nicht irre, übernimmt er hier die allercoolste Rolle in diesem Filmjahr.

Michael Douglas spielt Grady Tripp, einen Joint rauchenden Uni-Professor und Buchautor. Der Mann hat gerade ein paar Probleme. Seine erfolgreichen Jahre als gefeierter Schriftsteller sind schon längst vorüber. Sein neues Buch ist unvollendeter (2000 Seiten langer) Schrott. Seine Frau hat ihn gerade verlassen. Er liebt aber sowieso auch noch eine andere (Frances McDormand). Die ist aber verheiratet. Er hat sie unabsichtlich geschwängert. Ein etwas durchgeknallter und depressiver Student (Tobey Maguire) braucht seine Unterstützung. Der Bursche ist natürlich ein begnadeter Jungautor. Dann ist da noch der sexuell verwirrte Lektor (Robert Downey Jr.) der auf einen neuen Sensationsroman von Tripp wartet .... und wartet. Wichtig sind noch ein Hund - lebend und tot - und die spirituelle Power des Mythos der Marilyn Monroe. Die Story und die Charaktere machen einen angenehm wirr im Kopf. WONDER BOYS ist eine kluge Komödie voller Sarkasmus. Für Leute, die meinen zu wissen, was "Leben" bedeutet, hat der Film nur höhnisches Gelächter übrig.

Für jeden der gern auch mal unter die Oberfläche taucht ist eh klar: WONDER BOYS ist sicher keine verweichlichte US-Kinokost und das kitschige und daher unpassende Happy-End einfach nur ein kleiner listiger Wink. Grady Tripp war vor Jahren ein gefeierter Wunderknabe. Das ist er jetzt nicht mehr. Aber er hat sein eigenes Leben und er hat es noch immer selbst in der Hand. Es dauert einige verrückte Tage voller verrückter Ereignisse zusammen mit verrückten Typen bis er das erkennt. Am Ende ist wieder alles möglich, alles ist gut, aber nichts ist normal. That"s life!

Michael Douglas als Grady Tripp ist großartig. Douglas ist eine lebende Hollywoodlegende, und natürlich weiß er das. Mit welcher Natürlichkeit er diesen Trumpf hier ausspielt ist dann aber doch eine Überraschung. Man muß das gesehen haben. Echt! Auch Maguire, McDormand und Downey Jr. zeigen was sie können. Wundermädchen hier und Wunderknaben dort. WONDER BOYS - Mal sind sie überall und dann auch wieder nirgendwo!