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Billy Elliot (Stephen Daldry) **1/2

Ist Stephen Daldrys BILLY ELLIOT einer der besten Filme des Jahres wie rundherum gern behauptet wird? Nein, ganz sicher nicht! Billy Elliots energiegeladener Tanz ist nicht nur ehrlicher Protest und Gefühlsausbruch, nein, es ist auch ein Tanz der Stereotypen und es ist auch ein durchschaubarer Tanz in Richtung Oscarverleihung. Der angegrauten 4000 Mann und Frau Jury des berühmten amerikanischen Awards hängt wohl schon der Speichel von der Unterlippe. Ein hollywoodsches Drehbuch prall gefüllt mit nicht enden wollender Emotionspusherei wird hier zum "Beinahe-Killer" eines an sich guten Filmes. Okay - Schluß jetzt damit.

1984: Billy Elliot (Jamie Bell) ist ein 11 jähriger Junge und wächst in einer Kleinstadt im Nordosten Englands auf. Sein Vater und Bruder sind Minenarbeiter - oder vielmehr streikende Minenarbeiter. Das Leben ist eben hart und Billy versteht das alles gar nicht und wird selbst auch nicht verstanden. Seine Mutter lebt nicht mehr und das ist sowieso schlimm. Aber Billy schlägt zurück. Eine schrecklich (!) beherzte Tanzlehrerin (Julie Walters) und bald auch Ersatzmutti eröffnet Billy die Welt des Balletts. Von da an geht der Bursche seinen eigenen Weg und wirbelt mit seinem wütenden Tanz das beschränkte Kleinstadtleben ordentlich durcheinander.

BILLY ELLIOT ist ein "feel good" und "cry much" Film und dabei mehr ein Märchen als sonst was. Der wirkliche Lichtblick in diesem Film ist das junge Talent Jamie Bell. Wenn BILLY ELLIOT mal so etwas wie Spontanität und Wahrheit vermittelt, dann findet man das in den kraftvollen "Schlachttänzen" von Jamie Bell. Ein unübersehbares Talent. Da sprühen echt die Funken. Seine Vorstellung gibt Grund genug den Film am Ende doch zu mögen. Billy Elliots Tanz ist lebendig. Von Stephen Daldrys Regie kann man das keinesfalls behaupten. That"s it!