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VIENNALE 2004

Komisch, aber das Viennale Spielfilmangebot 2004 begann und endete seltsam belanglos mit Agnes Jaouis COMME UNE IMAGE/SCHAU MICH AN und M. Mayers A HOME AT THE END OF THE WORLD. Immerhin gab es dazwischen viel zu sehen. Mir hat die Viennale auch dieses Jahr wieder gefallen. Ein umfangreiches Film-Festival das in hoher Zahl auf den "gewöhnlichen" Filmfan und nicht ausschliesslich auf Presse oder verbissene Cineasten wert legt kann so falsch nicht liegen. Und weil mir das Publikum dadurch so facettenreich erschien war es für mich zunehmend eine Freude, sofern ich allein unterwegs gewesen bin, dieses zu beobachten, im Kinosaal sitzend, aus guter Position, noch bevor die Lichter ausgingen. Das konnte dann unter Umständen spannender sein als der eine oder andere Langeweiler-Spiel-Film. Tja, dieser Filmtyp der sich ja erst zu erkennen gibt wenn es schon zu spät ist gehört eben auch dazu. Solche Langeweiler-Filme werden übrigens nicht nur in Hollywood produziert. Nein, ich halte von Hollywoodbashing nichts mehr, nicht nur weil das meiner Meinung nach beste "neue" Werk - Demmes aufregende "Coverversion" THE MANCHURIAN CANDIDATE - das bei der Viennale gezeigt wurde aus Hollywood kommt, sondern weil - ganz einfach - sowohl gute als auch schlechte Filme von überall her stammen können. Keine große Eingebung, ich weiss, aber ein Gedanke der einem halt so kommt nach 2 Wochen Kino aus aller Welt. Viele Tage habe ich jetzt vergehen lassen und bin jetzt die Tickets und Programmkataloge durchgegangen um mich nochmals an jeden einzelnen Titel zu erinnern. Da ich niemals mit einem Stift im Saal sitze und mir null Notizen gemacht habe während der gesamten Viennale verlass ich mich jetzt bei der Beurteilung der verschiedenen Beiträge auf Gefühle und Erinnerungen die noch da sind. Es geht nichts über eine lockere Beurteilung aus dem Bauch heraus. Und so folgt nun eine Liste aller Werke die ich gesehen habe und die Reihenfolge dabei ist nicht zufällig. Ich starte mit den aufregendsten, schönsten, eindringlichsten und bösesten Beiträgen und beende die Liste mit Nummer 45, dem Titel LOS MUERTOS, ein Werk das am Ende der Filmfestspiele mit 2 Preisen (!!) gewürdigt wurde (FIPRESCI-Preis und Preis der Standard-Publikumsjury). Solche Dinge können passieren und dennoch, es bleibt dabei: Mir hat die Viennale auch dieses Jahr wieder gefallen und ...


... die top ten Gründe dafür lauten:


1. The Manchurian Candidate ***** (USA 2004, Jonathan Demme): Okay, die US Wahlen sind schlimm gelaufen. In irgendeiner (!) Bush Rede hörte ich einen seiner begeisterten Anhänger etwa folgende Worte sprechen: "Mit ihnen ist Gott ins Weiße Haus gezogen". Bush dazu: "Danke!" Diese fundamentalistischen US-Christen, denen Bush seine Wiederwahl in erster Linie zu verdanken hat, sind für mich - ich kanns nicht ändern - fürchterliche Leute mit einer gruseligen Einstellung zu Religion und Moral. Wenn ein freier Gott nicht mehr ausreicht stecken sie ihn als ihre Marionette ins Weiße Haus. Eine sehr bedrohliche Vorstellung finde ich. Regisseur Jonathan Demme macht sich in THE MANCHURIAN CANDIDATE ebenfalls, wenn auch ein bissl anders, Gedanken um fremdgesteuerte US Politik(er) und das große Theater der US Wahlen. Nur soviel zu den Veränderungen gegenüber Frankenheimers Original: THE MANCHURIAN CANDIDATE verweist diesmal auf einen Konzern namens "Manchurian Global" (!) und der Krieg ist diesmal der Golfkrieg. Gleich von der ersten Sekunde an spielt es sich ab. Randall Balsmeyers aufreibende Titelsequenz wirft uns sofort in den Film. "They're red, white and blue". Das ewige wehen der US-Flagge und darüber Wyclefs Coverversion von Fogertys FORTUNATE SUN bilden einen fulminanten Prolog. Seit Saul Bass gab es kaum mehr einen effektiveren Einstieg als diesen. Danach verunsichert der neue MANCHURIAN CANDIDATE durch unüberschaubare Vernetzung. Drahtzieher die kein Wort sprechen und dennoch das Sagen haben sowie Gesichter ohne Rang und Namen treten auf und verschwinden sofort wieder hinter Türen, wie Geister. Sie sind da aber man begreift sie nicht. Die Perspektive bestimmt gleichzeitig eine geniale - wenn auch passive - Einbeziehung des Kinobesuchers, der ahnungsvoll(!) aus den Winkeln unbegrenzter Räume, über dunkle Rücken hinweg Gespräche mitverfolgt und mit heimlichen Blicken über Kabinenwände (Duschkabine, Wahlkabine) die eigene Existenz und die seiner Mitmenschen bedroht. Die Schauspieler, allen voran Washington, Liev Schreiber, Streep und die wunderbare Kimberly Elise verzerren ihre Gesicher zu Fratzen des Wahnsinns, während die Kamera sie bei jeder Großaufnahme weiterhin zu umkreisen scheint. Da ist immer irgendetwas oder irgendjemand, und nur wer Paranoia zulässt wird die Augen offen halten - scheint man uns klar machen zu wollen. Jonathan Demmes entschlossen subversive Inszenierung (von Sound, Licht, Farben und Schauspieler) und Erzählstruktur machen diese Version des MANCHURIAN CANDIDATE zu einem unerwartet wilden Werk. Trotz der 80 Mio. Dollar Produktionskosten erscheint es "unabhängig" und radikal. Womit klar ist, dass aufregende Filmkunst nach wie vor auch in/um Hollywood stattfindet.

2. The Grapes of Wrath ***** (USA 1940, John Ford) Ein Klassiker. Ein paar Worte: TGOW ist einer der großen John Ford Filme mit Henry Fonda (Andere sind MY DARLING CLEMENTINE, YOUNG MR. LINCOLN). Das Thema ist der Working-Class-Hero Tom Joad nach John Steinbeck.

3. The Manchurian Candidate ***** (USA 1962, John Frankenheimer) Das ist natürlich der Cold-War Klassiker von Frankenheimer. Ohne Worte.

4. Shimian Maifu ****1/2 (House of Flying Daggers, China/Hongkong 2004, Zhang Yimou) Prädikat: Wunderschön! Ein paar Worte: Meister Zhang Yimou und die unschlagbare Ziyi Zhang sind wieder vereint und beglücken die unendlich weite Leinwand mit einem weiteren Wuxia Traum. Ich bin auch heute noch sprachlos.

5. Janghwa, Hongryun ****1/2 (A Tale of two Sisters, Südkorea 2003, Kim Jee-Woon) Prädikat: Arg gruselig und bedrückend. Ein paar Worte:Weibliche Gestalten in verkrümmter aufrechter Haltung mit verschwitzten, langen schwarzen Haaren die das Gesicht verdecken sind mir aus anderen asiatischen Horrorfilmen nicht unbekannt. Aber Kim Jee-Woons in kühn ästhetisierten Bildern und Kamerafahrten gefangene, unbarmherzige Erzählung entwickelt sich zu einem pyschologischen Familiendrama mit garstigen Märchenmotiven (hier die böse Stiefmutter) das wesentlich mehr zu bieten hat als Gänsehaut und Sesselsprünge. Am Ende ist man fertig und der anhaltende Zustand einer Verwirrung ist ähnlich berauschend wie nach Lynchs MULHOLLAND DRIVE oder Kubricks SHINING.

6. L´Esquive **** (Frankreich 2003, Abdellatif Kechiche) Prädikat: Besonders frisch. Ein paar Worte: L´ESQUIVE verblüfft durch seinen Drive und seine Spannung, die sich fast ausschließlich aus der aktiven, körperlichen Präsenz der jugendlichen Schauspieler und deren beeindruckenden Redeschlachten speisen.

7. Ju-on: The Grudge **** (Japan 2003, Takashi Shimizu) Prädikat: Anders. Ein paar Worte: Shimizu entwirft mit seiner willkürlich anmutenden Ton und Bildansammlung JU-ON die beklemmendste Geisterbahn weit und breit.

8. Feux Rouges **** (Schlusslichter, Frankreich 2003, Cedric Kahn) Prädikat: Gefährlich. Ein paar Worte: Nach dem Serienmörderfilm ROBERTO SUCCO widmet sich der französische Regisseur Cedric Kahn dem Thema "Ehekrach auf der Autobahn". Nun, das ist allerdings nicht unbedingt alles. Ich verrate nur soviel: Bei der Viennale gabs mehrmals nervösen Szenenapplaus für jene erstaunlichen Momente des Filmes in denen blanker Horror und der Witz der Situation sich gegenseitig soweit aufschaukelten, dass man gar nicht mehr wußte wohin mit der aufgestauten Spannung. FEUX ROUGES unbedingt ahnunglos im Kino sehen.

9. Lu Maotze **** (The Green Hat, China/Hongkong 2003, Liu Fen Dou) Prädikat: Besonders erniedrigend. Ein paar Worte: Ein Mann von der Polizei zweifelt an der Liebe und seiner Männlichkeit und sucht die Gewissheit, dass seine Zweifel zu recht bestehen. THE GREEN HAT ist einerseits ein langsamer und eleganter, andrerseits ein frecher und äusserst peinlicher Film.

10. Dare mo shiranai **** (Nobody Knows, Japan 2003, Koreeda Hirokazu) Prädikat: Groß. Ein paar Worte: Eine Mutter lässt ihre 4 Kinder allein in der Wohnung zurück und Koreeda Hirokazus geduldige, einfühlsame Regie und das natürliche Spiel der Kinder hinterlassen Wunden im Inneren des Zuschauers.


Weitere Top-Filme:


11. Wandafuru Raifu **** (After Life, Japan 1998, Koreeda Hirokazu) Prädikat: Sehr clever. Ein paar Worte: Nochmal Hirokazu! Er ist wirklich ein Magier der bedeutenden Bilder. Hmmm... aber welchen Moment aus meinem Leben würde ich wohl wählen?

12. Clean **** (Frankreich/Kanada/GB 2004, Olivier Assayas) Prädikat: Sehr gut. Ein paar Worte: Eric Gautier zeigt wie wahnwitzig man die Kamera durch den Raum lenken kann und Maggie Cheung als drogensüchtige Mutter und Rockstar wie man schauspielt.

13. Rudao longhu bang ***1/2 (Throw Down, Hongkong 2004, Johnnie To) Prädikat: Besonders Toig. Ein paar Worte: THROW DOWN ist schon ein geiler Film aber was hat das alles mit Kurosawa zu tun?

14. Down to the Bone ***1/2 (USA 2004, Debra Granik) Prädikat: Besonders real. Ein paar Worte: Eine kokainsüchtige Mutter versucht ihr Leben in den Griff zu bekommen. Im Gegensatz zu Assayas CLEAN spielt das ganze im Arbeitermilieu. Regisseurin Debra Granik beobachtet ohne zu werten und fängt die Geschichte so ein wie das Leben sie erzählen würde. DOWN TO THE BONE kommt erstaunlich unprätentiös und echt rüber.

15. Undertow ***1/2 (USA 2004, David Gordon Green) Prädikat: Schmerzvoll. Ein paar Worte: David Gordon Greens UNDERTOW ist ein seltsamer Film geworden. Es ist schwer ihn als Ganzes anzunehmen. Der Terrence Malick Einfluss (DAYS OF HEAVEN) wird kaum kaschiert während gleichzeitig Charles Laughtons gotisches Meisterwerk NACHT DES JÄGERS ausgebeutet wird. Dennoch verblüfft David Gordon Greens UNDERTOW immer wieder mit großartigen Momenten. Dazu gehört die Titelsequenz mit Jamie Bells Fuß und einem Nagel, der nervenzerfetzende Kampf um Leben und Tod zweier erwachsener Brüder, die Standbilder und schliesslich auch die Schlussekunde mit Luftballon.

16. Old Boy ***1/2 (Südkorea 2003, Park Chan-Wook) Prädikat: Besser als gut. Ein paar Worte: Parks Filme sind alle großartig aber OLD BOY - wieder eine wilde Rachegeschichte die unzählige Fragen zum Thema Schuld und Sühne aufwirft - ist eigentlich sein, ähm, schwächster bisher.

17. Eleni ***1/2 (Die Erde weint, Griechenland/Italien/Frankreich 2003, Theo Angelopoulos) Prädikat: Besonders ... Ein paar Worte: Angelopoulos Epos erzählt von den vielen im Jahre 1919 vertriebenen, heimatlosen Griechen und deren Leben während der Jahrzehnte der Weltkriege. Vor allem die langen und streng durchkomponierten Einstellungen - und in ihnen gefangen die Hauptdarstellerin Alexandra Aidini als Eleni - definieren dieses extreme Portrait der Trauer. Ein Werk das fast nicht zu ertragen ist.

18. Tarnation ***1/2 (USA 2004, Jonathan Caouette) Prädikat: Besonders emotional. Ein paar Worte: Der Amerikaner Jonathan Caouette montiert Bilder und Aufnahmen seiner Familie, vor allem von sich und seiner Mutter zu einem Werk von so persönlicher Ausstrahlung, dass man sich manchmal dafür schämt weil man so nah heran gelassen wird.

19. Gan ***1/2 (Garden, Israel 2003, Ruthie Shatz, Adi Barash) Prädikat: Echt "Aus dem Leben". Ein paar Worte: GARDEN erzählt von 2 arabischen Kids in Tel Aviv, von einer tiefen Freundschaft und dem Überleben auf diesen gefährlichen Straßen.


Gutes:


20. The Long Voyage Home *** (USA 1940, John Ford) Prädikat: Gut. Ein paar Worte: Kameramann Gregg Toland probt noch für CITIZEN KANE (1941) in diesem John Ford Vehikel. Interessante Esembleleistung in der John Wayne als Schwede Ole Olsen (muss man gehört haben: spricht Englisch mit schwedischen Akzent!!!!) in seiner Zurückhaltung überrascht.

21. Rois et reine *** (Kings and Queen, Frankreich 2004, Arnaud Desplechin) Prädikat: Fast langweilig oder doch noch witzig genug. Ein paar Worte: Ich dachte Catherine Deneuve ist in Wien. Wo war sie?

22. Yi Ge Mo Sheng Nu Ren De Lai Xin *** (Letter from an Unknown Woman, China 2004, Xu Jinglei) Prädikat: Traurig. Ein paar Worte: LFAUW ist einfach ein wirkungsvoller Schmachtfetzen aus China (nach Stefan Zweig).

23. Lakposhtha Ham Parvaz Mikonand *** (Turtles can fly, Irak/Iran 2004, Bahman Ghobadi) Prädikat: Arg. Ein paar Worte: Die Geschichte vom 14 jährigen kurdischen Mädchen Agrin und ihrem kleinen Sohn, der von einem irakischen Soldaten gezeugt wurde, ist alles andere als lustig. Aber weil Kinder auch im Krieg zwischen Landminen das Spielen und Lachen nicht verlernen erzeugt TURTLES CAN FLY mit seinen Bildern einen gewissen Optimismus, der dann aber am Ende gnadenlos ertränkt wird.

24. Fei-Zao-Ju *** (Soap Opera, China 2004, Wu Ershan) Prädikat: Nicht nett. Ein paar Worte: Zuerst ist SOAP OPERA eine langweilige episodisch angelegte Videoarbeit voller statischer (soap-operahafter) Einstellungen. Doch es wird "lustig". Wir beobachten verschiedene genervte und gelangweilte Alltags-Menschen in bekannten Situationen bis sich alles ändert weil diese Menschen aktiv werden und unerwartet böse reagieren. Auch die Videokamera nimmt plötzlich ungewohnte Positionen ein, verändert radikal den Blickwinkel, behält allerdings weiterhin stoische Ruhe.

25. Familia Rodante *** (Rolling Family, Argentinien/Frankreich 2003, Pablo Trapero) Prädikat: Nicht unlustig. Ein paar Worte: Passen in so ein kleines Wohnmobil wirklich soviele Menschen?

26. The Big Sleep *** (USA 1946, Howard Hawks) Prädikat: Nicht unanstrengend. Ein paar Worte: THE BIG SLEEP ist ein Klassiker der "Schwarzen Serie" mit spritzigen Dialogen zum immer wieder hören zwischen Bogart (Marlowe) und Bacall (Vivian Rutledge). Ich finde Chandlers P. Marlowe aber immer noch am besten bei Altmans Neo-Noir THE LONG GOODBYE aufgehoben. So richtig gut fand ich das lebendige Interview im Anschluss zwischen der nunmehr 80 jährigen Bacall und dem Viennaledirektor Hans Hurch.

27. The Men *** (USA 1950, Fred Zinnemann) Prädikat: Gut (weil mit Marlon Brando). Ein paar Worte: Zinnemanns THE MEN kommt ziemlich antiqiert daher. Der wunderbare HIGH NOON ist weitaus eleganter in die Jahre gekommen.

28. Die Spielwütigen *** (Deutschland 2004, Andres Veiel) Prädikat: Unterhaltsame Doku. Ein paar Worte: 4 Berliner Schauspielschüler werden - auf freiwilliger Basis - 7 Jahre von Veiels Kamera verfolgt. Wir bekommen die prallen Emotionen und Veränderungen zu sehen.

29. Sud Pralad *** (Tropical Malady, Thailand/... 2004, Apichatpong Weerasethakul) Prädikat: Eigenartig. Ein paar Worte: TROPICAL MALADY ist nicht mehr so sperrig wie es BLISSFULLY YOURS war, obwohl Weerasethakul auch diesesmal kaum Wert auf das Erzählen einer Geschichte legt. In der ersten Hälfte wird noch mit klar definierbaren Emotionen gespielt. Lebensnahe und leidenschaftliche - mit fast schon schwärmerischer Musik unterlegte - Bilder berichten von der Liebe eines jungen Soldaten zu einem Jungen vom Land. In der zweiten Hälfte mutiert die Darstellung dieser Liebe ziemlich heftig und diese 2 Menschen und der Urwald werden von ihrer eigenen Mythologie heimgesucht. Als verschwitzte Mensch-Tierwesen jagen sie sich nun gegenseitig durch den nächtlichen, pulsierenden Dschungel. TROPICAL MALADY bleibt natürlich immer weit entfernt von Tourneurs CAT PEOPLE . In Wahrheit ist es ein Film voller unbeschreiblicher Eindrücke.

30. Moolaade *** (Senegal/Burkina Faso/Frankreich 2004, Ousmane Sembene) Prädikat: Wichtig. Zwei Worte: Klare Form.


Naja:


31. 5 x 2 **1/2 (Frankreich 2004, Francois Ozon) Prädikat: Recht nett. Ein paar Worte: Ozon beweist wieder ein gutes Händchen bei der Wahl seiner Hauptdarstellerin. Die zweite "Szene" dieser Ehe war sexy. Der Rest hat mich kalt gelassen. Bergman (1973) und Noé (2002) hatten mir mehr zu sagen.

32. Dai Si-Gien **1/2(Breaking News, Hongkong 2004, Johnnie To) Prädikat: Besonders wirr. Ein paar Worte: To bemüht sich bei der ungewöhnlichen Plansequenz zu Beginn trotz all der Action Ruhe und Ordnung zu bewahren. Aber danach wird es zu wild. Personen und Zusammenhänge geraten in den Wirren der Explosionen total durcheinander.

33. Die Fetten Jahre sind vorbei **1/2 (Deutschland/Österreich 2004, Hans Weingartner) Prädikat: Etwas schleimig und blabla. Ein paar Worte: Für überraschende Wendungen setzt der österr. Regisseur Weingartner die Glaubwürdigkeit seiner Figuren aufs Spiel. Ausserdem sympathisiert der Film in einer Tour mit dem Publikum (Es wurde im Minutentakt gelacht). Das ergibt dann eine sehr unglaubwürdige weil halbherzige Kapitalismuskritik. Beim Publikumsgespräch mit Weingartner und Co. im Anschluss hat man dann auch nichts wertvolles erfahren.

34. B-Happy **1/2 (Chile/Spanien/Venezuela 2003, Gonzalo Justiniano) Prädikat: Gesehen. Ein paar Worte: Mädchen sucht Vater.

35. Karpuz Kabugundan Gemiler Yapmak **1/2 (Boats out of Watermelon Rinds, Türkei 2004, Ahmet Ulucay) Prädikat: Besonders filmverliebt. Zwei Worte: Mir gefiel der selbstgebastelte Projektor sehr gut.

36. Ray **1/2 (USA 2004, Taylor Hackford) Prädikat: Etwas zu "And the Oscar goes to ... "-mäßig. Ein paar Worte: Aha, das war also der Überraschungsfilm. Gute Musik (Ray Charles) aber keine großen Momente bei dieser einfallslosen und vor allem unpersönlichen Inszenierung.

37. A Home at the End of the World **1/2 (USA 2004, Michael Mayer) Prädikat: Besonders typisch. Ein paar Worte: Gaymann - Bimann - Straightfrau. Aids. Nein. Dieses Lachen und Weinen auf Knopfdruck funktioniert bei mir nicht mehr.


Hilfe:


38. Chakusin ari ** (One missed call, Japan 2003, Takashi Miike) Prädikat: Ziemlich Mieser Miike . Ein paar Worte: Da war kurz Hochspannung bei einer Life-TV-Sendung mit Geistererscheinung. Aber das wars dann auch.

39. To Have And Have Not ** (USA 1944, Howard Hawks) Prädikat: Nicht besonders. Ein paar Worte: TO HAVE AND HAVE NOT, Hawks, Ernest Hemingway, Bogart & Bacall ... klar, das sind alles große Namen! Na und.

40. The Ghosts of Edendale ** (USA 2003, Stefan Avalos) Prädikat: Schlecht. Ein paar Worte: Das war aber eine schwach ausgeleuchtete Videoarbeit. Absicht? Egal! Aufnahmeprüfung nicht bestanden!

41. Shuang Tong ** (Double Vision, Taiwan/USA 2002, Kuo-Fu Chen) Prädikat: Besonders blöd. Ein paar Worte: Da war doch so ein Knirps in Alkohol eingelegt? Hmmm... was war mit dem?

42. Dandelion *1/2 ( USA 2004, Mark Milgard) Prädikat: Besonders gewollt. Ein paar Worte: Seltsame Eltern und deren selbstmordgefährdete Kinder werden hineingestellt in von Poesie ertränkte, wehende Landschaften. Leider hat man Ziyi Zhang nicht durchs Bild fliegen lassen.

43. Buppha Rahtree * (Rahtree: Flower of the Night, Thailand 2003, Yuthlert Sippapak) Prädikat: Besonders wirkungslos. Ein paar Worte: Schräge Typen. Dümmster Slapstick gepaart mit melancholischer Traurigkeit.

44. Shi Jie * (The World, China/Japan 2004, Jia Zhangke) Prädikat: Besonders lang. Ein paar Worte: Huch, und sowas am Zusatztag. Gott sei Dank war der Film irgendwann auch aus.

45. Los Muertos * (Argentinien 2004, Lisandro Alonso) Prädikat: Ganz besonders langweilig. Ein paar Worte: Ich sah schöne Landschaften, eine Ziege und Blut. Gähhhnnnnnn.